Laufanalyse

Nach den Tests ist vor dem Test

Ein kurzer Rückblick zu dem was geschehen ist und gerade geschieht: Wir haben die Ersten Einheiten damit verbracht uns ein Bild darüber zu machen wie es um meine Physis steht und so eine Basis zu schaffen auf dem mein Training beruht. Das Ergebnis habt Ihr mitbekommen. Sie ist gruselig schlecht. Weder Bewegungsfähigkeit noch in der Muskulatur ist eine Basis vorhanden, um mit dem Training für einen Marathon zu beginnen. Es wäre sogar fahrlässig, da das Verletzungsrisiko in meinem Fall zu hoch ist. Wir erstellen auf der Grundlage meiner Ergebnisse aus dem FMS und dem FPZ Test einen Trainingsplan, der uns die Möglichkeit gibt die fehlende Muskulatur aufzubauen und die Haltung wieder herzustellen bzw. für die Zukunft ein Bewusstsein für die korrekte Haltung zu schaffen.  Dabei beginnt jedes Training mit dem Aufwärmen. Dieses wärmt die Muskeln auf und bereitet den Kreislauf auf die Anstrengung vor, um die Muskeln so vor eventuellen Verletzungen zu schützen. Dabei handelt es sich um einfaches Stretchen der Ober- und Unterschenkel, Hüft- und Rückenmuskulatur. Im Training selbst werden dann die Bereiche Beine und Oberkörper, die wir aufgewärmt haben und im Trainingsplan stehen, intensiver belastet.

Wenn ich mir nicht bewusst bin, was ich falsch mache, kann ich es nicht korrigieren.
Selbst wenn ich schmerzbedingt weiß, dass etwas nicht stimmt, woher soll ich das Wissen über Physiologie und Bewegungsabläufe haben, um dagegen etwas zu unternehmen?
Desweiteren kamen mir im laufe des Trainings einige Fragen auf:
Komme ich dem eigentlichen Ziel näher?
Wann kommt der konditionelle Aufbau durch stetiges laufen?
Wann ist es Zeit für das Equipment wie Schuhe und Pulsmesser?
Berechtigte Fragen. Doch alles Schritt für Schritt.

Als letzter Test steht die Laufanalyse an. Ein Marathon ist eine außergewöhnliche Leistung die der Körper leisten muss. Um Ihn konditionell zu schaffen ist es notwendig seine Kräfte einteilen zu können, das heißt möglichst ökonomisch zu laufen. Die Belastung ist nicht nur muskulär, sondern auch die  Gelenke werden beansprucht. Ich habe die Laufanalyse mit meiner Trainerin durchgeführt. 
Dieser Test ist denkbar einfach. Sibylle Nies lässt mich einfach unvorbereitet auf einem Laufband laufen. Die Geschwindigkeit wird stetig erhöht, so dass ich langsam ins laufen komme. Wenn ich ein Tempo erreicht habe in der ich nicht mehr laufe, sondern jogge wird ab diesem Zeitpunkt auf Video aufgezeichnet. Einmal von der Seite und einmal von hinten.
So sieht meine Trainerin meine Haltung in der Bewegung. Sie kann dann im Training durch Übungen meine Fehler korrigieren. Es geht bei dem Test nicht um Werte einzuhalten, oder um gut und schlecht zu sein. Vielmehr ist hier das Ziel ein Bewusstsein zu schaffen wie man richtig läuft.

Als erstes sehen wir meine Körperhaltung von der Seite. Es ist im Grunde wie gerade ich im Aufrechten Gang bin. Denn um so “krummer” mein Bewegungsablauf, desto schlechter bekomme ich Luft. Diese ist mit 174,3° (idealwert: 175°-178°) fast optimal. Mein Kopf schiebt sich etwas zu weit nach vorne. Hier gibt es kaum etwas zu meckern.

Als nächstes wird der Erstkontakt mit dem rechten und linken Fuß bewertet. Ich bin ein sogn. Fersenläufer. Das heißt ich komme mit der Ferse auf. Dies hat den Vorteil die Muskeln werden geschont, jedoch geht die gesamte Kraft auf die Gelenke. Dies ist erstmal weniger gravierend. Hier fällt auf, dass ich stark mit der Außenkante meines Fußes auftrete. Die Belastung des Fußes zu einseitig. Auch ist mein Schritt zu weit vom Körperschwerpunkt entfernt. Die Muskulatur kann da kaum unterstützen. Hier wird im Training geübt mit dem gesamten Fuß gleichmäßig aufzutreten.

Als nächstes sehen wir meine Fersenhöhe. Diese ist soweit richtig klasse. Es ist allerdings keine Streckung meiner Hüfte zu sehen. Das Heißt soviel: Ich bin stocksteif! Die Bewegung der Hüfte ist wichtig für die Ökonomie meines Laufstils. Das wird sich ändern.

Als nächstes sehen wir meine Schrittlänge. Hier fällt wieder auf, dass ich nicht viel mit meiner Hüfte arbeite, alles mit dem Oberkörper. Das ist reine Kraftverschwendung. Beim Schritt sieht man, dass ich mein Knie kaum hochhebe.

Hier sehen wir meine Trainerin Sybille Nies und mich im Vergleich. Hier zeigt meine Trainerin deutlich, wie eine trainierte Person mit dem Oberkörper gerade und aus der Hüfte heraus die Schritte macht. Die Oberarme unterstützen damit der Schwerpunkt in der Hüfte bleibt. Ich im Vergleich bewege den Oberkörper und bleibe in der Hüfte unbeweglich. Damit verschwende ich Energie in eine Rotation, die komplett unnötig ist. Versuche jedoch unbewusst die fehlenden Muskulatur in der Hüfte mit der Rotation im Oberkörper auszugleichen. Ich scheine auch noch nicht zu wissen wohin mit meinen Armen. Ziel des Training ist es den Oberkörper fest zu halten, zu stabilisieren und die Beweglichkeit in der Hüfte zu steigern. Interessant finde ich, dass beides durch einen gezielten Aufbau der Muskulatur zu erreichen ist.

Meine Trainerin will mich bis zu dem Marathon dahin bringen, wo sie jetzt ist. Ergänzend zu einigen Koordinationstrainings und Muskelaufbaueinheiten wird es unter anderem an mir liegen Bewegungsabläufe genau zu beobachten, meine stetig zu überprüfen und zu verinnerlichen. Sybille Nies wird mich bei diesen Schritten eng begleiten und regelmäßig kontrollieren. Den Aufbau der Kondition werde ich allerdings alleine machen dürfen.