Ausgangsanalyse mit FMS und BIA

“Na dann starten wir mal mit den Tests”

10. Stockwerk also. Fährt man das mit dem Fahrstuhl? So wie alle anderen? Ich will ja etwas verändern, andere Wege gehen, meine Komfortzone verlassen und mich verbessern. Also ab ins Treppenhaus und 10 Stockwerke zu Fuß. Kein folgenschwerer Fehler, jedoch von allen guten Ideen, die ich hatte, nicht die Beste.
Eine gefühlte Ewigkeit später kam ich dann schwer atmend in meinem neuen sportlichen Zuhause an. An der Rezeption wurde ich mit einem respektvollem aber mitleidigen Blick begrüßt. Schlüssel für den Spind abholen, umziehen und los. Wohl wissend was ich möchte, total Ahnungslos was auf mich zukommt. Ich bin nicht Übergewichtig und somit der festen Überzeugung das Training zu meistern. Außerdem wird mein Trainer/ Trainerin ja nicht gleich voll loslegen. Bin ja schließlich Anfänger. Zusätzlich habe ich es zu Fuß in den 10. Stock geschafft. So schlecht kann es ja nicht sein. Aber das, liebe(r) Leser, war ein folgenschwerer Fehler.
“Hallo Marko, ich bin Sibylle Nies, Deine neue Trainerin.” Mit einem fröhlichen Lächeln steht Sie vor mir, begrüßt mich herzlich und zeigt mir Ihr Reich. Sibylle Nies ist Personal-, KAATSU-Trainerin sowie Sport-, Faszien- und Rückenschmerztherapeutin. Zusätzlich ist sie Athletikcoach bei den Heilbronner Falken. Eine Profi Eishockey Mannschaft. Mehr Kompetenz geht nicht.
Bevor es mit irgendeinem Training richtig losgeht, stehen Tests an. Hier zeigt sich für mich zum ersten mal ein Unterschied zu anderen Angeboten, die ich hatte. Das Ziel, einen Marathon zu laufen habe ich Ihr mitgeteilt, doch um einen Trainingsplan zu erstellen, ist es notwendig meinen Fitnesszustand zu kennen. Mit zwei Test haben wir begonnen.

Als erstes die Bio-Impedanz-Analyse. Kurz BIA.
Dieser Test soll meinen Ernährungszustand aufzeigen. Es werden mir an Knöchel und Handgelenk je zwei Kontakte befestigt, durch die ein winziger, nicht spürbarer Wechselstrom gesendet wird.
Die verschiedene Leitfähigkeit von Wasser, Muskelmasse und Körperfett erlauben in den Ergebnissen eine valide und wissenschaftliche Aussage über meine körperlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten ein Training ohne hohes Verletzungsrisiko zu leisten. Ich werde auch in keine allgemeine Schablone gepresst, ähnlich des BMI. Bei diesen Werten werden zusätzlich mein individuelles Gewicht, Alter und Geschlecht mit einbezogen. Auch ist dieser Test keine einmalige Sache. Er wird bei mir alle 1-3 Monate wiederholt und verglichen. Bei Profi- und Leistungssportlern wird dieser je nach Trainingsintension wöchentlich, spätestens alle 14 Tage wiederholt. Mit den Ergebnissen wird eine Diät oder Trainingseinheit angepasst, um so optimale Erfolge zu erzielen.

Als zweites folgte der Functional Movement Screen. Kurz FMS.
Dieser Test soll Aussage über meine Beweglichkeit und Stabilität aufzeigen. Doch was heißt das genau? Ich bekomme eine scheinbar einfache Aufgabe gestellt: eine Kniebeuge. Dabei sieht Trainerin genau welche Muskeln ich bei dieser Übung beanspruche, wie weit ich die Kniebeuge schaffe und vergleicht diese mit einer optimal Ausführung. Zusätzlich werden die Übungen mit einer Kamera aufgenommen.
Es ist mir, trotz größter Anstrengung nicht möglich die Kniebeuge korrekt durchzuführen. Woran liegt das? Viele Gründe könnten das sein. Ungleichheit der Beanspruchung (Asymmetrien) oder schlicht und ergreifend schwach ausgebildete Muskeln (Dysfunktion). Koordination der Muskeln, Kraft und Beweglichkeit sollten im optimalen Fall gleichmäßig sein. Egal ob im Sport, Alltag oder bei Freizeitaktivitäten. Der FMS soll eventuelle Unregelmäßigkeiten aufzeigen, gegen die gezielt vorgegangen werden kann, damit ich nicht falsch oder falsch trainiert werde. Bei allen Aktivitäten ist der Körper als eine Kette zu betrachten. Eine Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied. Diese Schwäche zu finden und zu korrigieren gibt mir letztendlich die Fähigkeit einen Marathon erfolgreich zu bestreiten. Der FMS gibt mir die Möglichkeit mich in vielen kleinen Übungen zu beweisen. Das heißt ich muss simpel auf einem Bein stehen oder meine Zehen mit den Fingerspitzen berühren. Am Ende bespricht Sibylle Nies das Ergebnis der Aufnahmen mit mir direkt und vergibt Punkte für eine korrekte Ausführung. Oder sie lässt mich durchfallen, weil ich es schlichtweg nicht geschafft habe. Die Werte sind vor allem für mein Ego niederschmetternd und gleichzeitig sehr erdend. Sportlich kann ich nicht gut sein, da ich nie Sport ausgeübt habe. Das auf der anderen Seite, der einseitige Bürojob dazu geführt hat, dass ich ein erhöhtes Verletzungsrisiko habe, war für mich überraschend.

Dann war auch schon meine erste Stunde mit Trainerin im neuen Studio vorbei. Sie wertet die Ergebnisse bis zum nächsten Termin aus und erstellt auf dieser Basis meinen Trainingsplan. Ich bin schon sehr gespannt.

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